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Für jede Frau

für jeden von uns

 

Zusammenfassung

Eine gleichberechtigte und nachhaltige Welt fordert die Achtung der Rechte von Frauen und Respekt gegenüber den Prinzipien der Geschlechtergleichheit. Gleichberechtigung ist nicht nur eine Frage von Gerechtigkeit, sondern auch eine Frage des Rechts und gleichzeitig eine gesellschaftliche und ökonomische Angelegenheit. Unglücklicherweise existieren noch immer viele  Gebiete, in  denen die verkündete Gerechtigkeit einzig und allein auf dem Papier gilt, sie aber keinen Einzug in de Alltag von Tausenden von Menschen findet.

Um Aufmerksamkeit für das dritte Millenniumentwicklungsziel (MDG) zu erzielen („Fördert die Gleichstellung der Geschlechter und die Selbstbestimmung der Frau“), wurde eine Installation realisiert, die es ermöglicht, die BesucherInnen mit den Gerüchten und Stereotypen zu konfrontieren, die mit den herkömmlichen weiblichen und männlichen Berufsständen verbunden sind.

Im Detail

  • Die Frage nach Gerechtigkeit zwischen Mann und Frau ist eine der wichtigsten Gesetzmäßigkeiten der Vereinten Nationen und wird seit 50 Jahren in den großen nationalen und internationalen Dokumenten als ein Grundsatz beteuert, den es von jedem Mann und jeder Frau zu respektieren gilt.
  • Die Pekinger Erklärung, welche 1995 von den Vereinigten Nationen angenommen wurde berücksichtigt, dass die Mädchen-und Frauenrechte ein unverzichtbarer, wesentlicher und untrennbarer Bestandteil der weltweiten Menschenrechte sind. Die vollkommene Mitwirkung der Frauen, die auf Augenhöhe in den politischen, bürgerlichen, ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen auf regionaler, nationaler und internationaler Basis geschehen soll, sowie die Beseitigung von jeder Form von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, machen die vorrangigen Ziele der Weltgemeinschaft aus.
  • Die Installation wurde erstellt, um über Gleichberechtigung der Geschlechter aufzuklären; sie macht es möglich, auf innovative Weise Vorurteile zu beheben, die mit den traditionellen Berufen des männlichen Geschlechts verknüpft sind.
  • Mithilfe von neun Würfeln (Maße 50cm x 50cm x 50cm), auf denen Fotos von Menschen in ihrer typischen Berufskleidung abgebildet sind sowie allgemeine Informationen zum Weiterlesen, werden Besucher mit einigen beruflichen Mythen der modernen Gesellschaft konfrontiert.
  • Die Idee der Installation ist dabei, dass die BesucherInnen die Würfel kombinieren, und somit die Berufe mit den Geschlechtern vermischen und letztendlich einen Blick für die Stereotype bekommen, indem sie die Berufe erkennen. Die ausgewählten Berufe für die Frauen sind die folgenden: Professionelle Formel 1 Fahrerin; Feuerwehrfrau und Technikerin. Für die Männer ist es ein Gärtner, ein Tänzer und eine Reinigungskraft.
  • Die Installation befindet sich in einem Bereich des Museums, in dem die häusliche Umgebung der Familien aus dem 19. Jahrhundert und Mitte des 20. Jahrhunderts dargestellt werden.
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Auf den Würfeln sind insgesamt sechs Personen in ihrer typischen Berufskleidung sowie einige Zahlen und Fakten zum Thema abgebildet

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Die Idee ist es, dass die BesucherInnen die Würfel kombinieren und somit die Berufe mit den Geschlechtern vermischen

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Die Installation kann mühelos an andere Standorte transportiert werden

    Budget

    Design

    400 €

    Aufsteller

    150 €

    Grafiken und Inhalt

    750 €

    Druck der Broschüren

    150 €

    Kartonboxen

    195 €

    Vinyldruck für die Boxen

    200 €

    Gesamtsumme

    1845 €

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Schritt:

    Worauf möchten wir uns fokussieren und warum?

    Es ist unbestreitbar, dass die Förderung der Geschlechtergerechtigkeit erforderlich ist, um Armut auszurotten und eine nachhaltige Entwicklung zu erzielen.
    Zu allererst sollte man sich dazu besinnen, dass Geschlechtergleichheit ein Menschenrecht ist: Frauen haben das Recht mit Würde zu leben und gleichzeitig die Bedingungen genießen zu können, die es ihnen ermöglichen, in sozialer und wirtschaftlicher Sicherheit zu leben. Frauen zu stärken bedeutet gleichzeitig, einen Beitrag für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Familie, der Gemeinschaft und des ganzen Landes zu leisten. Über Geschlechtergleichheit zu reden bedeutet ebenso über Menschenrechte und eine nachhaltige Entwicklung für jeden von uns zu sprechen.

    2. Schritt:

    Der Standort

    Nachdem das zu bearbeitende Millenniumsentwicklungsziel und die konkrete Themen (Gleichheit am Arbeitsplatz und im Beruf) von uns festgelegt wurden und wir entschieden hatten, mit welcher Art von Installation gearbeitet werden sollte (optisch, pädagogisch, interaktiv, usw.), mussten wir uns für einen Standort entscheiden. Wir haben uns nach einem Ort umgeschaut, der es möglich macht, eine natürliche Verbindung zwischen der Thematik der neuen Installation und der bestehenden Ausstellung herzustellen. Dieser Standort beeinflusst dann wiederum die konkrete Umsetzung der Installation sowie die begleitenden Materialen.

    3. Schritt:

    An die Arbeit

    Wir mussten nun dafür sorgen, dass  Dienstleister kontaktiert wurden, da deren Einschätzungen und Preisvorstellungen notwendig waren, um unsere Ziele umzusetzen. Wir möchten darauf hinweisen, dass viele Museen bereits einige Auftragnehmer kennen, mit denen die Arbeiten umgesetzt werden und die zugleich wichtige Vermittler sein könnten.

    Bei dieser Entscheidung mussten wir unsere Vorstellungen genau definieren: Was, wie und bis wann wir es wollen. Allerding mussten wir gegenüber Verbesserungsvorschlägen aufgeschlossen sein, welche ab und zu durch einen Dialog mit den Stakeholdern in den Prozess der Realisierung eingebracht werden.

    4. Schritt

    Die Produkte

    Eine neue Installation kann auch immer eine Reihe von Begleitmaterialien umfassen, welche die generelle Aufmerksamkeit und/oder die Aufmerksamkeit für das spezifische Themas erhöhen können. Welche Art von Produkten kann man entwickeln, um die kreativen, pädagogischen und informativen Dimensionen der Installation zu erhöhen? Wie kann man die Besucher involvieren damit sie im Nachhinein nachhaltiges Handeln übernehmen und entsprechend agieren? Mit all diesen Punkte muss man sich nun ein zweites Mal auseinandersetzten. Diese Analyse ermöglicht es, Einzelheiten zu berücksichtigen, die letztendlich ausschlaggebend sein können.

    5. Schritt:

    Die Botschaft

    Eine klare und einfache Aussage kann dafür sorgen, dass die Besucher das präsentierte Thema reflektieren. Dementsprechend gibt es einige Anforderungen, die man berücksichtigen muss:

    Recherche

    Man sollte sicherstellen, dass die vorhandenen Informationen der Installation auf aktuellen und korrekten Angaben vertraulicher Quellen basieren. Falls die Angaben komplex, unübersichtlich oder widersprüchlich sind, beeinflusst das die gesamte Aussage.

    Formulierung

    Es sollte eine Sprache ausgewählt werden, welche der Allgemeinheit anspricht, und dabei die drucktechnischen Aspekte (Art, Größe, Schriftfarbe etc.) berücksichtigt, um so das Lesen zu vereinfachen. Die Aussage darf nicht voreingenommen sein und sollte Argumente aufzeigen, die auf Fakten basieren und die der Besucher nachvollziehen kann.

    6. Schritt:

    Die Begleitmaterialien

    Die Broschüre

    Über was reden wir und warum? Für was stehen wir und welche Lösungen fordern wir? Dies sind einige der Dimensionen, die die Betrachtung des Themas für das Globale Lernen beeinflussen. Für diese Installation haben wir versucht, das Thema Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann einzuführen, welche seit über 50 Jahren eine Herausforderung darstellt. Anhand eines Zeitstrahls wird veranschaulicht, dass Gleichberechtigung integraler Bestandteil der Menschenrechte und auf internationaler und nationaler Ebene verankert ist, aber in zu vielen Ländern ignoriert wird.

    Die Broschüre sollte eine visuelle Verbindung zu dem Thema haben und zu einer Diskussion führen. Falls möglich, ist es ratsam, einen Kernsatz zu integrieren, der in die Thematik einführt und gleichzeitig zusammenfasst, was gemeint ist.

    Um das dritte Millenniumentwicklungsziel näherzubringen, haben wir die Kernaussage „Für jede Frau, für jeden von uns“ ausgewählt. Dieser Satz soll die besondere Bedeutung zusammenfassen, die Frauen haben, um eine global gerechte Welt zu errichten.

    Ankündigungstafel

    Die Ankündigungstafel soll die Aufmerksamkeit auf die Installation und die gesamte Thematik lenken. Ein Bild mit einer kurzen Beschriftung kann hinzugefügt werden.

    Aufsteller

    Der Aufsteller hat eine zwei Funktionen: Zum einen dient er als Auslage für die Broschüren, zum anderen ist er ein Erkennungsmerkmal innerhalb des Museums.

    7. Schritt:

    Umsetzung der Installation

    Die Installation wurde erstellt, um über Gleichberechtigung der Geschlechter aufzuklären; sie macht es möglich, auf innovative Weise Vorurteile zu beheben, die mit den traditionellen Berufen des männlichen Geschlechts verknüpft sind. Anhand der neun Würfel von 50cm x 50cm x 50cm, auf denen sechs verschiedene Personen in ihrer typischen Berufskleidung abgebildet werden und einer Seite mit allgemeinen Informationen zum Lesen, werden Besucher mit einigen beruflichen Mythen der modernen Gesellschaft konfrontiert. Die Idee der Installation ist dabei, dass die Besucher die Würfel kombinieren, und somit die Berufe mit den Geschlechtern vermischen und letztendlich einen Blick für die Stereotypen bekommen, indem sie die jeweiligen Berufe erkennen.

    Die ausgewählten Berufe für die Frauen sind die folgenden: Professionelle Formel 1 Fahrerin; Feuerwehrfrau und Technikerin. Für die Männer ist es ein Gärtner, ein Tänzer und eine Reinigungskraft.

    Die Installation befindet sich in einem Bereich des Museums, in dem die häusliche Umgebung der Familien aus dem 19. Jahrhundert und Mitte des 20. Jahrhunderts dargestellt werden. Damals waren genaue Regeln für die Ausübung von Berufen und die Gestaltung der Freizeit festgelegt. Einen Beruf anzunehmen und auszuüben hing sowohl vom familiären Status, als auch vom Geschlecht ab und wurde durch Regeln und soziale Gewohnheiten eingeschränkt. Durch die Verbindung zu diesen Objekten wollten wir die großen Fortschritte aufzeigen, die bereits hinsichtlich der Gleichberechtigung der Geschlechter erzielt wurden. Gleichzeitig versuchten wir, die Aufmerksamkeit der Besucher darauf zu lenken, dass es dennoch noch immer Einiges zu tun gibt.

    8. Schritt:

    Eröffnung der Installation

    Abhängig von der Größe und den Ressourcen des Museums, kann die Eröffnung der Installation von einem Rahmenprogramm begleitet werden: Diskussionen, Filme, Familienaktivitäten, etc.

    Um das Thema Geschlechtergleichheit näher zu bringen, könnte es eine interessante Möglichkeit sein, das Personal des Museums und seine Funktionen zu präsentieren. So kann etwa ein Diagramm erstellt werden, welches die Anzahl der Männer und Frauen mit ihrem beruflichen Status darstellt.

    Unsere Erfahrungen

    Pro & Contra

    Pro

    • Die Installation wurde erstellt, um über Gleichberechtigung der Geschlechter aufzuklären; sie macht es möglich, auf innovative Weise Vorurteile zu beseitigen, die mit den traditionellen Berufen des männlichen Geschlechts verknüpft sind.
    • Die Installation interagiert mit den BesucherInnen, indem ihm durch das Verrücken der Würfel unterschiedliche Berufe dargestellt werden.
    • Mobilität: Die Installation kann an andere Standorte transportiert werden.

    Contra

    • Die Würfel könnten nach einiger Zeit auseinanderfallen, da sie aus Pappe bestehen.
    • Menschen mit motorischer Behinderung können nicht mit der Installation interagieren. Außerdem benötigen Kinder Hilfe von ihren Eltern, um die oberen Würfel benutzen zu können.

    Lernerfahrungen

    • Trotz der sehr erfolgreichen Dynamik und Interaktivität dieser Installation, sind die Dimensionen der Würfel nicht für Kinder und Menschen mit motorischen Behinderungen geeignet. Eigentlich ist es unmöglich für diese Zielgruppe, die Konstruktion ohne Unterstützung zusammen- bzw. umzubauen.

    Besucherreaktionen

    • Besucher fanden den interaktiven Aufbau sehr interessant sowie die Kreativität und Einfachheit der Materialien, die Beweglichkeit/Mobilität und zu guter Letzt die Auflockerung der Stereotypen.
    • Sie betonten, dass diese spielerische Aktivität die Interaktivität der Besucher ermöglichte.
    • Zwei negative Aspekte wurden genannt: Es wurde nicht ausreichend erklärt, wie man mit den Würfeln genau spielen soll und die Zerbrechlichkeit der Würfel wurde kritisiert.
    • Als Antwort darauf, was wir anders machen könnten, gaben sie an, dass die Größe der Würfel reduziert werden könnte.

    Internetlinks + andere Quellen

    UN Women: Diese Einrichtung der Vereinten Nationen widmet sich der Gleichberechtigung von Frauen (englisch)

    www.unwomen.org

    HeForShe: Informationen über die Kampagne HeForShe der Vereinten Nationen

    www.unwomen.de/ueber-uns/die-kampagne-heforshe.html

    Terre des femmes: Webseite der gemeinnützigen Menschenrechtsorganisation für Frauen

    www.frauenrechte.de

    BMFSFJ (2013): Erster Gleichstellungsbericht - Neue Wege-Gleiche Chancen - Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf

    www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Erster-Gleichstellungsbericht-Neue-Wege-Gleiche-Chancen,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

    Equal Pay Day: Internationaler Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern

    www.equalpayday.de/ueber-epd/

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