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Energiearmut

Wie ein Drittel der Menschheit kocht

 

Zusammenfassung

Die Installation thematisiert die Energiearmut, d.h. den eingeschränkten Zugang zu Energieträgern in sogenannten Entwicklungsländern, indem sie zeigt, wie im 21. Jahrhundert gekocht wird. Sie präsentiert Mittel und Geräte, mit denen in vielen ländlichen Gemeinschaften Nahrung zubereitet wird.

In der Millenniumserklärung von 2000 verpflichteten sich alle Staaten, die Entwicklungspartnerschaft zu fördern und technologisches Wissen zu teilen, um die weltweite Armut zu beseitigen. Trotz der enormen technologischen Fortschritte lebt ein Teil der Menschheit noch immer ohne Zugang zu den grundlegenden Voraussetzungen für Entwicklung wie beispielsweise Energie. Das wird beim Thema Kochen deutlich: Fast ein Drittel der Menschheit kocht, indem Biomasse unmittelbar verbrannt wird. Das verursacht nicht nur Gesundheitsprobleme vor allem bei Frauen und Kindern, sondern auch Umweltprobleme durch Abholzung und Entwaldung.

Im Detail

Die Installation zeigt traditionelle Kochgeräte und Geschirr, wie sie noch heute in vielen armen Gegenden in sogenannten Entwicklungsländern benutzt werden.

  • Gezeigt werden zum Beispiel ein handgearbeiteter Holzkohleherd, Werkzeuge wie Axt und Hacke zur Brennstoffherstellung und ein Tonkrug, der traditionell zur Kühlung von Wasser benutzt wird. Vielen BesucherInnen mögen die Gegenstände wie archäologische Objekte aus längst vergangener Zeit erscheinen, tatsächlich sind sie nur wenige Jahre alt.
  • Die Objekte, die aus einer Privatsammlung stammen, werden ergänzt durch Informationen über Energiearmut und die Unterschiede zwischen einem Leben in den reichen und den sogenannten Entwicklungsländern. Hingewiesen wird auf die gesundheitlichen Gefahren, die mit dem Kochen auf offenem Feuer in den Küchen der Welt einhergehen.
  • Die Gegenstände werden sehr “klassisch” in Glasvitrinen ausgestellt, als seien sie antik und wertvoll. Damit wird im Sinne einer “paradoxen Intervention” die riesige technologische Lücke zwischen den armen und reichen Regionen unserer Welt unterstrichen.
  • Die vier Vitrinen mit den Objekten stehen direkt vor einer gigantischen Posterwand, die eine weitere Museo-Mundial-Installation darstellt. „The Hungry Planet“ von Peter Menzel zeigt den Wochenbedarf an Lebensmitteln von Familien in den unterschiedlichsten Teilen der Welt. Einige der zugehörigen Bilder zeigen Holzkohleherde und Tongefäße wie in den Vitrinen, so dass BesucherInnen sich ein noch besseres Bild von der Nutzung der Gerätschaften machen können.
  • Die Installation bezieht sich auf Millenniumsentwicklungsziel (MDG) 1 („Beseitigung der extremen Armut und des Hungers“) und MDG 8 („Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft“).
Museo Mundial_CZ_Cooking_1

Die Installation zeigt traditionelle Kochgeräte und Geschirr

Museo Mundial_CZ_Cooking_2

Die Objekte werden ergänzt durch Informationen über Energiearmut

Museo Mundial_CZ_Cooking_3

Gezeigt wird ebenfalls Äxte, die zur Herstellung von Brennholz genutzt wird

    Budget

    Gestaltung und Design durch Miroslav Vavřina

    375 €

    Sockel

    279 €

    Übersetzung ins Englische

    96 €

    Miete für die Vitrine

    231 €

    Transport und Aufbau der Installation

    654 €

    Gesamtsumme

    1635 €

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Schritt:

    Wahl des Themas

    Wir kannten jemanden, der einige Küchen- und Kochutensilien aus dem ländlichen Afrika besaß, die wir gern zeigen wollten. Diese Person gehörte einer entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisation an, die sich für Technologietransfer engagiert, und war entsprechend offen für das Thema. Themenentwicklung und Absprachen dauerten vier Wochen.

    2. Schritt:

    Sammeln von Informationen

    Zu Beginn mussten wir Informationen über traditionelle Techniken der Nahrungszubereitung sammeln. Wir recherchierten und befragten Menschen, die vor Ort waren, und suchten Fotos.

    Gleichzeitig recherchierten wir über die Energiesituation in den sogenannten Entwicklungsländern, besonders in den Gegenden ohne Elektrizität, Infrastruktur und moderne Technologien, die zum Kochen eingesetzt werden können.

    Ebenso sammelten wir Informationen über die Gesundheitsgefahren, die sich aus dem Kochen auf offenem Holzfeuer oder Holzkohleherden in geschlossenen Räumen ergeben, wie es in manchen Regionen üblich ist.

    3. Schritt:

    Vorbereitung der Ausstellung und der Texte

    Nach unseren Recherchen begannen die Diskussionen mit dem Ausstellungsarchitekten und den Experten darüber, wie wir die Präsentation möglichst beeindruckend gestalten können. Wir entschieden uns für eine traditionelle museale Darstellung. Auf den ersten Blick sollten BesucherInnen glauben, dass es sich um alte, archäologische Objekte handele. Erst auf den zweiten Blick sollten sie entdecken, dass es moderne Gegenstände sind, die arme Familien in heutigen Küchen nutzen. Begleittexte sollten auf den Seitenwänden der Vitrinen angebracht werden.

    4. Schritt:

    Die Vitrinen

    Der nächste Schritt bestand darin, geeignete Vitrinen zu einem günstigen Preis zu finden. Das stellte sich als Problem heraus. Schließlich konnten wir Vitrinen aus einem anderen Museum in Prag leihen. Dabei war unser Ausstellungsarchitekt eine große Hilfe. Insgesamt nahm dieser Schritt vier Wochen in Anspruch.

    5. Schritt:

    Visualisierungen

    Texte zu schreiben, sie für den Druck vorzubereiten und andere geeignete Visualisierungen zu finden dauerte zwei Wochen. Hilfreich war, dass Educon sich bereits viele Jahre mit dem Thema Energiearmut beschäftigt hatte. 

    6. Schritt:

    Aufbau der Installation

    Eine Ausstellungsfirma richtete die Installation im Museum ein. Sie organisierte auch den Transport.

    Unsere Erfahrungen

    Pro & Contra

    Pro

    • Die Vorbereitung der Installation fand in sehr guter Kooperation mit dem Architekten statt, der auch die Vitrinen vermitteln konnte.
    • In Zusammenarbeit mit dem Nationalen Museum für Landwirtschaft in Prag wurde für die Installation ein sehr guter und zentraler Platz gefunden, direkt neben der anderen Museo-Mundial-Installation „The Hungry Planet“ von Peter Menzel. Die Themen der Installationen sind ähnlich, so dass sie sich gegenseitig ergänzen.

    Contra

    • Die Kluft zwischen Arm und Reich und die unterschiedlichen Lebenswelten hätten stärker betont werden können. So hätten wir beispielsweise auch moderne Kücheneinrichtungen zeigen können, um die Kluft zwischen den technischen Möglichkeiten zu visualisieren.
    • Diese Installation zeigte ein Problem des Projekts auf: Wir hatten kein Geld für den Abbau eingeplant. In diesem Fall sind die Kosten für den Rücktransport der Vitrinen in das leihgebende Museum nicht unerheblich. Wir mussten an anderer Stelle Geld dafür sparen.

    Internetlinks + andere Quellen

    NZM: Informationen über das Nationale Landwirtschaftsmuseum in Prag

    www.nzm.cz/de

    Die Bundesregierung: Nachhaltige Energie für Entwicklung (2014)

    www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/2014/02/2014-02-24-bmz-broschuere.pdf;jsessionid=7BC15EDDB2BA7F26813F38AB49EA99F7.s4t2?__blob=publicationFile&v=1

    Brot für die Welt: Energiearmut nachhaltig überwinden - Keine Entwicklungsfinanzierung für Kohlekraft

    www.brot-fuer-die-welt.de/fileadmin/mediapool/2_Downloads/Fachinformationen/Sonstiges/Fact_Sheet_Energiearmut_ueberwinden_2014.pdf

    Internationale Energiebehörde: World Energy Outlook 2006 (englisch)

    www.iea.org/publications/freepublications/publication/cooking.pdf

    FAO: Über die gesundheitlichen Risiken der Verfeuerung von Holz im Haushalt (englisch)

    www.fao.org/docrep/009/a0789e/a0789e09.htm

    Newsweek: Artikel vom 20.11.2014 über die gesundheitlichen Risiken der Verfeuerung von Holz im Haushalt (englisch)

    www.newsweek.com/stoves-used-millions-developing-countries-are-silent-killer-285969

    Educon: Beschreibungen und Photos zu der Installation von Educon (englisch/tschechisch)

    www.educon.cz/en/?id=134-how-1-3-of-mankind-cooks

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