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Plastik-Ozeane

Die Verschmutzung der Meere

 

Zusammenfassung

Kunststoff ist mittlerweile ein fester Bestandteil unseres modernen Lebens geworden. In den letzten 150 Jahren hat das außergewöhnliche  Material die Gesellschaft, in der wir leben, komplett verändert. Die Beständigkeit und Festigkeit des Materials ist eine Bedrohung für die Umwelt: Jedes einzelne Stück Plastik, das nicht eingesammelt oder wiederverwendet wurde gibt es noch immer irgendwo – meistens ist es in der Natur zurückgeblieben.

Statistiken zeigen den weltweit rasanten Anstieg der Plastik-Nutzung. Das Hauptanliegen dieser Installation besteht daher darin, die Konsequenzen für die Umwelt aufzuzeigen, die durch die Nutzung von Plastik entstehen. Zudem soll die Installation möglich machen, die Anstrengungen jener Akteure zu präsentieren, die sich mit der Verfolgung und Weiterentwicklung von Millenniumentwicklungsziele (MDG) 7 („Sicherstellung von ökologischer Nachhaltigkeit“) beschäftigen.

Im Detail

  • Mit zwei kreativen Installationen versuchten wir auf den exzessiven und immer weiter ansteigenden Gebrauch von Kunststoffen in den vergangen Jahrzehnten aufmerksam zu machen. Wir wollten damit erreichen, dass sich ein nachhaltiges Verhalten der Menschen einstellt, indem sie den Plastikkonsum reduzieren und Plastik wiederverwenden.
  • Die erste Installation, die eine Höhe von 1,60 Metern und einen Durchmesser von 40 cm hat, stellt eine transparente Säule dar, die mit Plastik befüllt und auf einem beweglichen Boden platziert. An ihrer Außenseite wurden Aufkleber mit verschiedenen Jahreszahlen befestigt. Von unten nach oben aufsteigend bilden sie eine Zeitleiste, die die Tonnen an Plastik repräsentiert, die von 1960 bis 2010 verbraucht wurden sowie außerdem die Menge an Plastik, die bis voraussichtlich 2030 verbraucht werden wird.
  • Jedoch musste eine weitere Installation angefertigt werden, da diese erste Installation, die im Garten des Museum stand, zerstört wurde.
  • So wurde eine Installation aus verschiedenen transparenten Tüten gestaltet. Die Tüten wiederum sind mit den Plastikgegenständen der ersten Installation gefüllt. Für die 1970er Jahre wurde eine Tüte mit einem Fassungsvermögen von einem Liter genommen und befüllt. Stellvertretend für den Plastikverbrauch in den 1980er Jahren wurde eine Zwei-Liter-Tüte gewählt und so weiter. Für die 2010er Jahre haben wir eine große Tüte mit 30 Litern gewählt und die letzte Tüte mit einem Fassungsvermögen von 50 Litern, die den jetzigen Verbrauch darstellen soll, ist bis jetzt noch nicht vollständig gefüllt.
  • Besucher werden gebeten Plastik, das ihrer Meinung nach recycelt werden kann, in der letzten Tüte zu hinterlassen, das unser „Hier und Jetzt“ darstellen soll.
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Die erste Installation war eine transparente Säule, die mit Plastik befüllt und auf einem beweglichen Boden platziert wurde

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Die erste Installation, die im Garten des Museums platziert war, wurde zerstört

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Als zweite Installation wurden transparente Plastiktüten mit den Objekten der ersten Installation befüllt

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Sie wurde neben einem Mistkübel aus den 1950er Jahren platziert

    Budget

    Design

    700 €

    Säule aus Acryl

    800 €

    Druck der Broschüren

    150 €

    Plastik (recycelt und wiederverwendet)

    0 €

    Vinyldruck

    700 €

    Gesamtsumme

    2350 €

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Schritt:

    Worauf möchten wir uns fokussieren und warum?

    Wenn wir über Plastik sprechen, denken wir an Tüten, Verpackungen und Spielzeug, aber wir müssen auch daran denken, dass sich sogenanntes Mikroplastik in unserer Zahnpasta oder in unseren Kosmetikprodukten befindet und damit zwangsläufig auch im Abwasserkanal vorzufinden ist. Die Filteranlagen sind nicht dafür ausgestattet, das Mikroplastik herauszufiltern. Was ist die Folge? Eine bevorstehende Bedrohung der Ozeane. Jedes Jahr landet ein großer Teil des produzierten Plastiks im Meer. Das hat die Folge, dass Schildkröten und Seevögel durch die Plastikteile getötet werden. Insgesamt sterben jedes Jahr über eine Million Vögel und Meerestiere, weil sie entweder Plastik gegessen oder sich darin verfangen haben. Unser Hauptanliegen war daher, Aufmerksamkeit für den exzessiven Gebrauch von Plastik zu erregen.

    2. Schritt:

    Der Standort

    Es ist wichtig, dass die neue Installation zu den Räumlichkeiten des Museums und den darin vorhandenen Ausstellungsgegenständen passt. Die Museumsräume, die am meisten besucht werden, sollten die Hauptstandorte für die neuen Installationen zu den Millenniumentwicklungszielen sein. In unserem Fall besuchen viele unserer Besucher die Cafeteria und den Garten des Museums. Dementsprechend haben wir uns für den Garten entschieden, trotz dessen, dass sich die Ausstellungen des Museums nur im Inneren des Gebäudes befinden. Es stellte sich später heraus, dass die getroffene Wahl ein Fehler war.

    3. Schritt:

    An die Arbeit

    Mit einem Entwurf unserer Ideen haben wir potentielle Lieferanten und Dienstleister kontaktiert. Da dieses Projekt ein Set von jeweils zehn Installationen pro Land erfordert ist es notwendig, ein einheitliches, grafisches Design zu haben. Zudem muss sichergestellt sein, dass die vereinbarten Fristen eingehalten werden.

    4. Schritt:

    Das Produkt

    Für die Installation kann zudem ein Begleitmaterial entwickelt werden. Der Besucher kann zum Bespiel durch eine Broschüre sein neu erworbenes Wissen vertiefen.

    5. Schritt:

    Die Botschaft

    Was gesagt werden soll: Wenn möglich, sollte man eine visuelle Sprache (durch Computergrafiken) wählen, die dabei hilft, dass die Besucher das Thema besser verstehen. Die Broschüre ermöglicht es den Lesern, über das behandelte Thema nachzudenken.

    6. Schritt:

    Freigabe des unterstützenden Materials

    Die Broschüre

    Der Entwurf der Broschüre konnte in dem vorgesehen Zeitrahmen fertiggestellt werden und wurde vom Team genehmigt. Neben Zahlen und Fakten zum globalen und lokalen Plastikkonsum, haben wir uns mit den Eigenschaften von Plastik beschäftigt. Letztendlich haben wir uns auf die Konsequenzen von nicht-recyceltem und nicht-wieder verwendetem Müll fokussiert. Die Auswirkungen dieser Handlungen sind für die Umwelt verheerend. Die Verbindung zwischen der Installation und der Geschichte des Museums kann man auch zusätzlich in der Broschüre nachlesen. Außerdem bekommt man auf Webseiten Informationen zum Thema der Installation.

    Da sich die Installation im Garten befand, wurden die Broschüren an die Rezeption des Museums gelegt.

    7. Schritt:

    Durchführung der Installation

    Die Konstruktion wurde angefertigt, damit die Besucher ein klares Bild vom steigenden Kunststoffverbrauch bekommen. Zuerst war es uns wichtig, den beträchtlichen Anstieg  des Plastikkonsums sowohl anhand der Mengen zu zeigen, als durch die Art von Kunststoff, die von 1950 bis 2010 benutzt wurde. Die Konstruktionen danach zu differenzieren war sehr aufwendig. Also vereinbarten wir, eine Box zu erstellen, die es den Besuchern ermöglichte direkt hineinzusehen.

    Die erste Installation

    Die erste Installation, die eine Höhe von 1,60 Metern und einen Durchmesser von 40 cm hat, stellt eine transparente Säule dar, die mit Plastik befüllt und auf einem beweglichen Boden platziert. An ihrer Außenseite wurden Aufkleber mit verschiedenen Jahreszahlen befestigt. Von unten nach oben aufsteigend bilden sie eine Zeitleiste, die die Tonnen an Plastik repräsentiert, die von 1960 bis 2010 verbraucht wurden sowie außerdem die Menge an Plastik, die bis voraussichtlich 2030 verbraucht werden wird.

    Die Sichtbarkeitsstandards gemäß der Richtlinien unserer finanziellen Unterstützer wurde sichergestellt. Schon im ersten Monat während der Ausstellung, wurde die Konstruktion im Garten durch starken Wind zerstört. Das Team schaffte es, die Konstruktion wiederherzustellen und stellte sie ein weiteres Mal in den Garten. Nach drei Wochen war sie erneut zerstört.

    Nach diesem Ereignis fand sich das Projektteam mit dem museumspädagogischen Team zusammen, die zu dem Entschluss kamen, die Konstruktion wieder herzustellen, aber den Standort zu wechseln. Also wurde im Juli das gesamte Plastik, das sich innerhalb der Konstruktion befand, in eine neue Installation übernommen.

    Die zweite Installation

    So wurde eine Installation aus verschiedenen transparenten Tüten gestaltet. Die Tüten wiederum sind mit den Plastikgegenständen der ersten Installation gefüllt. Für die 1970er Jahre wurde eine Tüt

    Unsere Erfahrungen

    Pro & Contra

    Pro

    Erste Installation

    • Der Standort der ersten Installation im Garten des Museums konnte eine optisch starke Wirkung erzielen. Da sich die Besucher mit der Installation auseinandersetzten, bekamen sie eine klare Vorstellung von den Auswirkungen auf unserer Umwelt, die die Menge unseres Plastikkonsums hat.

    Zweite Installation

    • Die Verbindung der Installation mit dem Mistkübel aus den Fünfzigern ist gut gelungen. Diese Verknüpfung verstärkte die Dynamik zwischen den lokalen und den globalen Aspekten.
    • Die Erneuerung der Installation wurde vom museumspädagogischen Team des Museums durchgeführt. Das führte dazu, dass sich die Museumsmitarbeiter mit der Installation besser identifizieren konnten.
    • Durch die Plastikgegenstände in den unterschiedlich großen Plastiktüten wurde das Thema der Installation optisch aufgegriffen und man konnte sich mit der Thematik besser auseinandersetzten. Die Besucher wurden dazu aufgefordert, in der letzten Tüte saubere Plastikobjekte zu hinterlassen. Durch diese Aktion konnte die Interaktivität der Installation erhöht werden.

    Contra

    Erste Installation

    • Obwohl die Konstruktion für den Gebrauch im Freien angefertigt wurde, ist sie zu zerbrechlich.
    • Die Broschüren können nicht neben der sich draußen befindenden Installation platziert werden.

    Zweite Installation

    • Der Standort: Der Zugang zur Installation ist seit dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten nicht öffentlich zugänglich und man ist auf  Museumspersonal oder Sicherheitsbeamte angewiesen. Die Installation wurde in einen Raum neben dem Museumsgebäude neu platziert.
    • Es gibt kein Schild, das die Leute auf den Raum aufmerksam macht.

    Lernerfahrungen

    • Man sollte sich Zeit lassen, die Idee reiflich zu durchdenken. Wir überlegten, die Installation in einer öffentlicheren Umgebung auszustellen, doch wir hätten einige Sicherheitsvorkehrungen zuvor beachten müssen.
    • Außerdem hat sich das Format der Installation im Freien für nicht geeignet erwiesen: Das hohe Konstrukt, das in der Mitte des Gartens ungeschützt steht und nicht einmal mit Seilen befestigt ist, könnte vom Wind weggeweht werden und möglicherweise Autos treffen.

    Besucherreaktionen

    • Positive Befunde: Wahrnehmung, wie der Plastikgebrauch ansteigt; Attraktivität; Kreativität; starke visuelle Wirkung; Effektivität; Mobilität; informativ.
    • Negative Aspekte: Schwierigkeiten, die Daten zu verstehen; Beschriftungen nicht sichtbar; Zerbrechlichkeit des Aufbaus; wenig Interaktion; ein Rahmen fehlt, um Informationen zu kontextualisieren.

    Internetlinks + andere Quellen

    Plastic Pollution Coalition: Website der Bewegung (englisch)

    www.plasticpollutioncoalition.org/

    Umweltbundesamt: Quellen für Mikroplastik mit Relevanz für den Meeresschutz in Deutschland (09/2015)

    www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_63_2015_quellen_fuer_mikroplastik_mit_relevanz_fuer_den_meeresschutz_1.pdf

    Umweltbundesamt: Plastiktüten (04/2013)

    www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/479/publikationen/4453.pdf

    World Ocean Review: Allgegenwärtig - der Müll im Meer

    www.worldoceanreview.com/wor-1/verschmutzung/muell/

    BUND: Animierter Kurzfilm zum Thema Plastikmüll im Ozean

    www.bund.net/themen_und_projekte/meeresschutz/muellkampagne/

    Utopia: Plastikmüll im Meer – was kann ich dafür?

    www.news.utopia.de/ratgeber/plastikmuell-im-meer-kann-ich-dafuer/

    Trailer zum Film "A Plastic Ocean" (englisch)

    www.youtube.com/watch?v=6zrn4-FfbXw

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