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Wasser ist Leben

Ein Wasser-Xylophon

 

Zusammenfassung

Der Kern dieser Museo-Mundial-Installation ist es, das Bewusstsein für die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit Wasser sicherzustellen. Außerdem soll eine kritische Analyse des Zugangs zu Wasser in verschiedenen Teilen der Welt sowie die Einschränkungen dieses Zugangs im Mittelpunkt stehen. Wasser ist das grundlegende Lebenselement. Das Gleichgewicht der Erde und unsere Zukunft hängen vom Respekt und dem Erhalt dieser wunderbaren Flüssigkeit und ihrer Kreisläufe ab.

Die neuen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) müssen die Verpflichtung aller Länder enthalten, an der Errichtung einer sozial faireren, ökonomisch tragfähigeren, ökologisch nachhaltigeren und politisch aktiveren Welt mitzuwirken. Dafür gibt es eine Reihe an Zielen, Aufgaben und Indikatoren, die das Verlangen nach der Förderung sozialer Gerechtigkeit widerspiegeln. Diese Installation zielt darauf ab, die Aufmerksamkeit für das nachhaltige Entwicklungsziel, das „sauberes Wasser und sanitäre Anlagen“ fordert, zu erhöhen. Unter Ausnutzung der engen Verbindung des Museums zum Thema „Wasser“, wurde ein Wasser-Xylophon aus Wasserflaschen kreiert, sodass jede einzelne Note seiner Musik hörbar macht, dass Wasser Leben ist.

Im Detail

  • Der Kern der Installation ist ein vinylverkleideter Tisch, der ein Notenblatt des bekannten Kinderliedes „Tinkle Tinkle Little Star“ zeigt sowie die Noten, die die Grundlage für die Musik des Xylophon sind.
  • Auf der Tischoberfläche stehen mehrere Wasserflaschen, die so gestimmt wurden, dass sie jeweils einer Note entsprechen.
  • Die Vinyloberfläche zeigt Daten und Fakten zum weltweiten Verbrauch von Wasser.
  • Nachdem die Installation zuerst im Museumsgarten stand, findet man sie nun in einem Zugangsbereich zwischen dem Kreuzgang und den Gärten. Alle Kacheln in diesem Bereich des Museums stellen Szenen mit Bezug zum Thema Wasser dar.
  • BesucherInnen können auf einem Holzstuhl sitzen während sie am Xylophon spielen.
  • Weiterhin wurde noch eine Trennwand aufgebaut, die Infoblätter präsentiert.
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Ein Überblick der Installation zum Thema Wasserverbrauch

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Das Wasser-Xylophon ist der Hauptbestandteil der Installation

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Eine Vinylplatte zeigt Daten und Fakten zum weltweiten Verbrauch von Wasser

    Budget

    Konzeption, Vorbereitung und Umsetzung

    800 €

    Unterstützung der Installation

    250 €

    Graphische Darstellung und Inhalte

    450 €

    Druck

    150 €

    Flaschen

    70 €

    Gesamtsumme

    1720 €

    Schritt-für-Schritt-Anleitung

    1. Schritt:

    Was wollen wir hervorheben und warum?

    Wenn man über Entwicklung spricht, ist es unmöglich, nicht auch über den Zugang zu Wasser zu sprechen. Der Zugang zu Wasser bedingt die soziale, ökonomische und ökologische Dimension der Menschen und Gemeinschaften.

    Daher zielte diese Installation darauf ab, den MuseumsbesucherInnen eine Reflektion über die Dimensionen zu ermöglichen, die schwerpunktmäßig den Entwicklungsprozess beeinflussen. Die Installation sollte die Interaktion von Bürgern aller Altersstufen gewährleisten.

    2. Schritt:

    Der Ort

    Nach der Identifikation des Themas, muss über den passenden Ort nachgedacht werden. Empfehlenswert ist ein Standort, an dem es möglich ist, eine Verbindung von Thema vor Ort und den ausgestellten Gegenständen herzustellen.

    3. Schritt:

    Los geht’s

    Nach einer ersten Konzeptualisierung und der Festlegung des Gesamtzieles, ist es wichtig, die Fabrikate, die Ziele und Fristen sowie die Lieferanten je nach Budget auszuwählen. Es ist außerdem wichtig, zu bedenken, dass die Ausstellung in einem Museum eine tadellose visuelle Aufbereitung erfordert.

    4. Schritt:

    Die Fabrikate

    Welche Produkte werden zur Erreichung der festgelegten Ziele gebraucht? Welche Fabrikate müssen eventuell entwickelt werden, um die kreative und pädagogische Dimension der Installation einzuhalten? Mit Blick auf die Vielzahl an Installationen ist es entscheidend, eine optische Kontinuität zu wahren.

    5. Schritt:

    Die Botschaft

    Recherche

    Stellen Sie sicher, dass die Angaben aktuell sind und aus glaubwürdigen Quellen stammen. Wenn verwirrende oder widersprüchliche Angaben gemacht werden, werden auch alle anderen Informationen von den LeserInnen in Frage gestellt.

    Redaktion

    Wählen Sie eine für alle Zielgruppen zugänglichen Sprache, bedenken Sie die Schriftart um die Lesbarkeit zu erleichtern. Die Botschaft darf nicht vorurteilsbeladen sein, präsentieren Sie in Ihren Argumenten Fakten, die von den BesucherInnen, wenn nötig, validiert werden können.

    Endfassung

    Alle Tatsachen sollten stimmig dargelegt werden und die Realität der globalen Rahmenbedingungen hervorheben, um die Einbindung der BesucherInnen in das Thema sicherzustellen. Eine menschliche Dimension sollte dabei immer vorhanden sein.

    Die Botschaften werden in der Installation und allen erstellten Materialien wie zum Beispiel dem Prospekt hervorgehoben, um die Aussagekraft der Installation zu stärken.

    6. Schritt:

    Freigabe des unterstützenden Materials

    Um sicherzustellen, dass der Text alle wichtigen Aspekte beinhaltet, ist es ratsam, den Designern eine Reihe von Themen oder den kompletten Text zu übermitteln. Dann können die Designer die Hauptaspekte identifizieren und diese in die graphischen Botschaften integrieren.

    Die Broschüre

    Immer wenn es um Themen des Globalen Lernens geht, sollten einige wichtige Aspekte beantwortet werden: Worum geht es, warum beschäftigen wir uns damit, was wollen wir voranbringen und welche Lösungsansätze heben wir hervor. Manchmal neigen Designer dazu, Informationen zu vereinfachen, daher ist es wichtig, sicherzustellen, dass alle Informationen korrekt und angemessen sind. In unserem Fall liegt der Fokus der Information auf der Anzahl der Menschen ohne sicheren Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen und der Menge an Wasser, die eine Person in Europa täglich nutzt. Der Text fokussiert die positive Wirkung, die der Zugang zu Wasser auf Individuen, Gemeinschaften und Nationen hat und nennt einige Vorschläge, die auf der weltweiten Ebene angewandt werden, um allen Menschen Zugang zu Wasser zu gewährleisten. Die Broschüre sollte das Thema visuell aufgreifen.

    Die Anzeigetafel

    Die Tafel soll Aufmerksamkeit auf die Installation und das Thema im Allgemeinen lenken. Dafür sollte ein Bild mit einer kurzen Beschreibung ausgewählt werden.

    7. Schritt:

    Errichtung der Installation

    Die Konstruktion sollte vor dem Löwen-Brunnen aufgebaut werden, da dies von dem Team als der ideale Platz identifiziert wurde, da er eine direkte Verbindung zwischen diesem bestehenden Objekt und dem neuen Thema ermöglicht. In der Mitte der Konstruktion wurde ein Tisch mit Vinylverkleidung gestellt, der ein Notenblatt des bekannten Kinderliedes „Tinkle Tinkle Little Star“ zeigt sowie die Noten, die die Grundlage für das Xylophon bilden. Auf der Tischoberfläche stehen mehrere Wasserflaschen, die so gestimmt wurden, dass sie jeweils einer Note entsprechen. Die Vinyloberfläche zeigt Daten und Fakten zum weltweiten Verbrauch von Wasser.

    Die Installation befand sich außerhalb der Ausstellungsräumlichkeiten und wurde leider mehrmals beschädigt. Die Museumsgärten haben kein festes Sicherheitspersonal, das in der Lage wäre, alle Grünanlagen 24 Stunden am Tag zu überwachen.

    Angesichts mehrerer Reparatur- und Wiederaufbaumaßnahmen, mitsamt zerbrochenen Glasflaschen, die die BesucherInnen in Gefahr bringen könnten, dachte das Museumsteam über die Verlegung der Installation nach und entscheid eine neue Konstruktion zu bauen, da die ursprüngliche zu stark beschädigt war, um sie reparieren zu können.

    Anfang April 2015 wurde die Installation vom Löwen-Brunnen entfernt und einen Monat später im Inneren des Museums in einem Zugangsbereich zwischen dem Kreuzgang und den Gärten aufgebaut. Die Kacheln und Fliesen in diesem Bereich des Städtischen Museums in Loures bieten ein wunderbares Szenario und stellen Szenen mit Bezug zum Thema Wasser dar. Sie zeigen eine Reihe ländlicher Motive mit offensichtlichen Einflüssen aus dem Flämischen und den Niederlanden. Diese binden die BesucherInnen ein in länderbezogene Szenarien, die bevölkert sind von Gestalten, die damit beschäftigt sind, ihren täglichen Aktivitäten nachzugehen, bei denen Wasser eine wichtige Rolle spielt (für das tägliche Leben, die Kommunikation und Freizeitbeschäftigung). Außerdem ergänzte das Projektteam die Installation um einen Holzstuhl.

    8. Schritt:

    Kommunikation

    Im Mai nutzten wir die Facebook-Seite “Connected for a Better World” und teilten zahlreiche Schulungsmaterialien und Informationen zum Thema. Die Installation wurde über Webseiten und soziale Netzwerke unserer Partner und durch kurze Emails beworben, die sehr visuell aufbereitet waren und so dazu einluden, die Installation zu besuchen und das eigene Wissen über das Projekt zu vertiefen.

    9. Schritt:

    Ausstellungseröffnung

    Wenn dies angemessen ist und zu den Rahmenbedingungen des Museums passt, ist es möglich eine offizielle Eröffnung der Installation zu erwägen. Dabei sind verschiedene Formate denkbar: Debatten, Filmvorführungen, Familienaktivitäten etc.

    Unsere Erfahrungen

    Pro & Contra

    Pro

    • Innovative und attraktive Installation. An dieser Installation kommt man kaum vorbei ohne sie zu bemerken und zum Mitmachen animiert zu werden. Sie weckt die Neugier der BesucherInnen.
    • Enge Verbindung zum Ausstellungsort.
    • Möglichkeit zur Nachahmung.

    Contra

    • Die Konstruktion und ihr Sockel sind zu fragil. Das Xylophon ist somit auf einer zerbrechlichen Grundlage gebaut, die speziell für diesen Standort angefertigt wurde.
    • Auf den Flaschen sind keine Etiketten angebracht, die weitere Informationen zum Thema bereithalten.

    Lernerfahrungen

    • Es ist wichtig, eine gute Budgetplanung auszuarbeiten. Wie bereits erwähnt, sind auf den Flaschen keine Etiketten angebracht, die weitere Informationen zum Thema bereithalten. Das kann allerdings leicht behoben werden, wenn das Projektteam entsprechende Etiketten auf die Flaschen klebt.
    • Auch wichtig ist es, sich über den Standort der Installation Gedanken zu machen. Wenn wir die größtmögliche Aufmerksamkeit erreichen wollen, müssen wir über die Art der Instandhaltung nachdenken, da Museen keine Gelder übrig haben, um für die Reparatur oder den Neubau aufzukommen.

    Besucherreaktionen

    • Die BesucherInnen fanden die Verbindung von Wasser und Musik sehr interessant, genauso wie die Idee, ein Xylophon zu bauen.
    • Als Nachteil wurde die Fragilität der Konstruktion genannt.

    Internetlinks + andere Quellen

    Water.org: Webseite der Nichtregierungsorganisation Water.org (englisch)

    www.water.org

    UNESCO (2014): Weltwasserbericht 2014 - Zusammenfassung

    www.unesco.de/wissenschaft/2014/weltwasserbericht2014.html

    Welthungerhilfe (2013): Fact-Sheet Wasser

    www.welthungerhilfe.de/fileadmin/user_upload/Themen/Wasser/Fact_Sheet_Wasser_2013.pdf

    UN-Water: Mechanismus innerhalb der Vereinten Nationen zum Thema Wasser (englisch)

    www.unwater.org/about/en/

    United Nations office to support the international decade for action "water is life" (2015): A ten year story. The water for life decade 2005-2015 and beyond

    www.unwaterbestpractices.org/WaterforLifeENG.pdf

     

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